Ernährungsdschungel

Ernährungsdschungel: Zwischen Futterglaubenskrieg und gesundem Menschenverstand

Willkommen in einem der meistdiskutierten Themen der Hundewelt: die Ernährung. Kaum ein anderer Bereich führt zu so hitzigen Debatten wie die Frage, welches Futter denn nun das Beste ist. Und es ist leider auch der Bereich, in dem mit unverschämtem Marketing und riesigen Gewinnspannen oft auf Kosten der Hunde verdient wird.

Dieser Beitrag soll dir helfen, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen und selbst eine fundierte Entscheidung für deinen Hund zu treffen.

Vorweg: Jeder Hund ist anders!

Es gibt nicht DIE eine richtige Ernährung. Hunde sind individuell, und was für den einen super funktioniert, kann beim nächsten Verdauungsprobleme oder Unverträglichkeiten verursachen. Meine Grundregel lautet deshalb:

Das Futter sollte den Nährstoffbedarf deines Hundes decken und zu ihm passen.

Aber woran erkennt man, ob es dem Hund gut geht?

  • Gewicht:

    Die Rippen sollten sich gut ertasten lassen. Von oben und der Seite sollte eine Taille erkennbar sein.

  • Aktivität:

    Dein Hund sollte seinem Alter und Typ entsprechend aktiv   und aufmerksam sein. 

  • Fell:

    Keine auffälligen kahlen Stellen, anhaltenden Schuppen oder ungewöhnlicher Juckreiz.

  • Verdauung: 1–2x täglich, geformt, nicht zu hart und nicht breiig.
  • Allgemeinbefinden: Kein anhaltendes Erbrechen, Durchfall, übermäßiges Pfotenlecken oder auffällige Veränderungen des Appetits.

Diese Beobachtungen sind hilfreiche Anhaltspunkte, ersetzen bei Beschwerden aber keine tierärztliche Untersuchung. Auch ein Hund, der äußerlich gesund wirkt, kann über längere Zeit nicht optimal mit Nährstoffen versorgt sein.

Viele Halter merken häufig gar nicht, dass der Hund nicht optimal versorgt ist – weil es eben “schon immer so war”. Ich dachte bei meinem Chihuahua, der verschiedene Nassfutter bekannter Marken bekommen hat auch viele Jahre, dass er gesund ist. Das Fell war vorher nicht stumpf, er hat sich nicht übermäßig gekratzt – also nichts Auffälliges. Aber „Ok“ ist halt nicht gut. Seit dem Wechsel auf ein hochwertigeres Nassfutter ist mir aufgefallen, dass er ein viel weicheres, glänzenderes Fell hat, ausgeglichener ist und jetzt nur noch 1–2 Haufen am Tag macht – vorher waren es 3–4. Auch viele Kunden berichten von ähnlichen Veränderungen.

 

Was ein gutes Futter ausmacht

Ob Nassfutter, Trockenfutter oder selbst zubereitete Ration: Auf diese Punkte kommt es besonders an.

  • Bedarfsdeckende Nährstoffversorgung: Das Futter muss alle notwendigen Nährstoffe in geeigneter Menge und im richtigen Verhältnis liefern.

  • Passend zu Alter und Lebensphase: Ein Welpe hat andere Anforderungen als ein ausgewachsener Hund.

  • Transparente Deklaration: Je besser die Zutaten beschrieben sind, desto leichter lässt sich nachvollziehen, was enthalten ist.

  • Nachvollziehbare Qualitätssicherung: Der Hersteller sollte erklären können, wie die Rezepturen entwickelt, produziert und kontrolliert werden.

  • Gute Verträglichkeit: Das Futter sollte zum individuellen Hund passen und keine anhaltenden Beschwerden verursachen.

Ein hoher Fleischanteil kann für manche Halter ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Er ist aber allein kein Beweis für hohe Qualität. Auch tierische Nebenerzeugnisse sind nicht grundsätzlich minderwertig: Innereien können beispielsweise wertvolle Nährstoffe liefern. Entscheidend sind die konkreten Zutaten, ihre Qualität und die Nährstoffversorgung des fertigen Futters.

Auch Getreide ist nicht grundsätzlich schlecht oder für Hunde ungeeignet. Es kann gut verdauliche Energie und weitere Nährstoffe liefern. Getreidefreiheit ist vor allem dann sinnvoll, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt – nicht automatisch, weil ein Futter dadurch hochwertiger wäre.

Was ist offene Deklaration? - Marketingfallen bei der Futterwahl

Eine offene Deklaration bedeutet, dass die genauen Zutaten mit ihrem prozentualen Anteil auf der Verpackung aufgeführt werden. Leider wird hier gerne mit blumigen Versprechungen getrickst, um ein Futter besser dastehen zu lassen:

  • “Premium Menü Huhn – 70% Fleischanteil” auf der Dose vorne– klingt toll, aber in den Zutaten steht: “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (70 %, davon 45 % Huhn)”: Und der Rest? Kann alles sein: Krallen, Federn, Hufe, andere Tierarten.
  • “Ohne Zuckerzusatz” – und dann sind “Molasse” oder “Rübenschnitzel”  enthalten. Was letztlich auch Zucker ist.
  • “Mit 25 % getrocknetem Entenfleisch entspricht 85 g Frischfleisch pro 100 g Trockenfutter” – klingt beeindruckend, bedeutet aber nicht, dass 85 % Fleisch enthalten sind. Es sind und bleiben 25 %.
  • “70 % Frischfleisch” bei Trockenfutter:  Klingt viel, ABER: Frischfleisch besteht zu 70 % aus Wasser. Wird es getrocknet, bleiben ca. 20—30 % übrig. Der Rest wie Kartoffeln, Erbsen und Linsen ist häufig in getrockneter Form enthalten – wodurch es letztlich die Hauptzutaten sind..

Ein wichtiger Punkt wird beim Einkauf häufig übersehen: Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, den täglichen Nährstoffbedarf des Hundes bei bestimmungsgemäßer Fütterung zu decken. Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nicht allein als vollständige Tagesration gedacht.

Achte deshalb darauf, für welche Tierart und Lebensphase das Produkt vorgesehen ist. Bei einem Alleinfuttermittel müssen die notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sein. Dafür ist nicht zwingend eine bestimmte Zutatenliste oder ein bestimmter Vitamin- und Mineralstoffzusatz vorgeschrieben – entscheidend ist die Nährstoffversorgung des fertigen Futters.

Eine lange Zutatenliste oder besonders natürlich klingende Zutaten sind daher kein Ersatz für eine bedarfsdeckende Rezeptur.

 

Warum Trockenfutter selten eine gute Wahl ist

Trockenfutter ist praktisch und günstig. Aber gesund? Leider in den seltensten Fällen

  • Enthält viele Kohlenhydrate, damit die Brocken zusammenkleben
  • Vitamine werden beim Herstellungsprozess zerstört und müssen synthetisch ersetzt werden
  • Konservierungsstoffe verhindern das Ranzigwerden von Fetten
  • Meist keine offene Deklaration à Da hier die Zutaten bis zur Unkenntlichkeit verarbeitet sind, wird am Meisten geschummelt.
  • Belastung für die Darmflora durch Zusatzstoffe
  • Hoher Kohlenhydratanteil kann bei sensiblen Hunden zu Übergewicht, Hautproblemen und Unruhe führen
  • Futtermilben sind meist nicht eine Frage von ob, sondern von wann
  • Geringer Feuchtigkeitsanteil – trinkt der Hund nicht ausreichend, werden die Nieren belastet

Fun Fact: Auch ein alter Lederschuh besteht zu großen Teilen aus Eiweiß – ist aber trotzdem nicht nahrhaft. Die Qualität der Proteine ist entscheidend, nicht nur der Prozentwert bei den “analytischen Bestandteilen”.

 

"Aber der Tierarzt hat ein hypoallergenes Trockenfutter empfohlen?!"

Kurzfristig kann das auch helfen! In hypoallergenem Futter sind meist hydrolysierte Proteine enthalten, was für Allergiker erst mal Erleichterung bringen kann.

Aber hypoallergenes Trockenfutter ist besonders stark verarbeitet und enthält häufig synthetische Zusatzstoffe. Zusätzlich kann ein hoher Kohlenhydratanteil die Darmflora beeinflussen – die wiederum eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt.

Meiner persönlichen Meinung nach ist dies daher nicht immer die beste langfristige Lösung. Eine konsequente Ausschlussdiät und anschließend ein individuell passendes, hochwertiges Futter können eine gute Alternative sein. Es gibt inzwischen auch Marken, die Reinfleischdosen anbieten. Wichtig ist allerdings, dass die ausgewählten Produkte für eine Ausschlussdiät tatsächlich geeignet sind und die Ration bei längerer Fütterung bedarfsdeckend zusammengestellt wird.

Wichtig: Das ist meine persönliche Einschätzung und keine pauschale Empfehlung, eine tierärztlich verordnete Diät abzusetzen. Gerade bei chronischen Beschwerden oder Unverträglichkeiten kann eine tierärztliche Ernährungsberatung sinnvoll sein.

Auch die Darmflora kann bei Verdauungsproblemen eine Rolle spielen. Eine gestörte Zusammensetzung der Darmmikrobiota wird als möglicher Faktor diskutiert. Es gibt Tests, die bestimmte Bestandteile der Darmflora untersuchen, beispielsweise den Darmflora-Test von Vetevo. Solche Tests können zusätzliche Hinweise liefern, ersetzen aber keine tierärztliche Diagnostik und können eine Futtermittelallergie nicht zuverlässig nachweisen.

Je nach Situation können außerdem Prä- und Probiotika sinnvoll sein. Präbiotika dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrung, während Probiotika lebende Mikroorganismen enthalten. Ob sie helfen, hängt unter anderem vom jeweiligen Produkt und der Ursache der Beschwerden ab. Im Zweifel würde ich deshalb eine tierärztliche Ernährungsberatung hinzuziehen.

 

BARF & selber kochen: Top, aber bitte nicht planlos!

Selbst zubereitete Rationen bieten die Möglichkeit, Zutaten gezielt auszuwählen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Das kann in bestimmten Situationen hilfreich sein.

Allerdings bedeutet „natürlich“ nicht automatisch „vollständig“. Bei BARF und selbst gekochtem Futter können unter anderem Calcium, Jod, Zink, Kupfer und bestimmte Vitamine fehlen oder in einem ungünstigen Verhältnis enthalten sein.

Solche Fehler sind nicht immer sofort sichtbar. Gerade bei Welpen und Hunden mit Erkrankungen können sie schwerwiegende Folgen haben.

Wenn du dauerhaft selbst zubereiten möchtest, lass die Ration deshalb von einer qualifizierten tierärztlichen Ernährungsberatung bedarfsgerecht berechnen. Eine geeignete Ration muss nicht nur aus guten Zutaten bestehen, sondern auch in ihrer Gesamtheit stimmen.

Leckerli und Kauartikel

Viele füttern gutes Futter – aber geben dann Leckerli und/oder Kauartikel voller undefinierten Nebenerzeugnisse, Zucker, Geschmacksverstärker etc.  Auch hier gilt daher: Inhaltsstoffe checken!

Ich verwende für mein Training gerne natürliche Leckerchen aus getrocknetem Fleisch, z.B. Rinderlunge* oder getrocknetes Fleisch*. Beides lässt sich für kleine Hunde auch gut mit einer Schere kleiner schneiden.

 

Kauen gehört zu den natürlichen Bedürfnissen jedes Hundes

Allerdings ist nicht jeder Kauartikel automatisch zahnpflegend oder ungefährlich. Sehr harte Kauartikel können Zähne beschädigen, und verschluckbare Stücke können zu Problemen im Magen-Darm-Trakt führen.

Ich achte daher auf die Größe, die Härte und darauf, wie der jeweilige Hund kaut. Mögliche Alternativen sind geeignete, nicht zu harte Kauartikel oder dafür vorgesehene Kauspielzeuge. Auch dabei gilt: beaufsichtigen und beschädigte Produkte rechtzeitig austauschen.

Auch hier gibt es viele natürliche, luftgetrocknete Optionen wie z. B. Rinderkopfhaut*, Ochsenziemer*, Kaninchenohren*oder getrockneter Pansen*. Diese Produkte sind in der Regel gut verträglich, artgerecht und ohne unnötige Zusatzstoffe.

 

Hinweis: Die mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis ändert sich für dich nicht. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

 

MLM (Multi-Level-Marketing) und Direktvertrieb im Futtermilttebereich

Auch beim Vertrieb lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht jedes Produkt aus dem stationären Handel ist automatisch besser oder schlechter als ein Produkt aus dem Direktvertrieb. Und auch nicht jedes MLM-Unternehmen arbeitet nach demselben Modell.

Beim Direktvertrieb können Zwischenhandelsstufen entfallen. Dafür entstehen andere Kosten, beispielsweise für Provisionen, Kundenbetreuung, Versand und Marketing. Daraus lässt sich allein noch nicht ableiten, wie viel Geld tatsächlich in die Qualität der Rezeptur fließt.

Wichtig finde ich deshalb, unabhängig vom Vertriebsmodell auf diese Fragen zu achten:

  • Wie transparent sind Zutaten und Nährstoffzusammensetzung?

  • Ist das Futter als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet?

  • Kann der Hersteller nachvollziehbare Angaben zur Rezeptur und Qualitätssicherung machen?

  • Sind die Werbeversprechen realistisch und überprüfbar?

  • Passt das Futter tatsächlich zum eigenen Hund?

Ich finde es völlig in Ordnung, wenn Hersteller, Händler oder Berater mit einem Produkt Geld verdienen. Problematisch wird es für mich, wenn Verkaufsinteressen wichtiger werden als eine ehrliche Beratung oder gesundheitliche Vorteile versprochen werden, die nicht belegt sind.

 

Meine Empfehlung

Ich werde häufig gefragt, welches Nassfutter ich selbst verwende oder bei wählerischen Hunden empfehlen würde. Eine Marke, mit der ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, ist Fred & Felia.

Sowohl meine eigenen Hunde, als auch einige Betreuungshunde fressen es mit Begeisterung.

Was mir an Fred & Felia gefällt:

  • Zutaten in Lebensmittelqualität: Der Hersteller gibt an, Zutaten in Lebensmittelqualität zu verwenden.

  • Transparente Zutaten: Es wird offen deklariert was drin ist und die einzelnen Bestandteile sind gut erkennbar, sodass man einen besseren Eindruck davon bekommt, was tatsächlich im Napf landet.

  • Angenehmer Geruch: Das Futter riecht für mich deutlich angenehmer als viele andere Nassfutter, die ich bisher kennengelernt habe.

  • Unterschiedliche Fettgehalte: Je nach Sorte variiert der Fettgehalt teilweise deutlich. So kann man die Auswahl an den individuellen Energiebedarf des Hundes anpassen – beispielsweise abhängig von Aktivitätslevel und Körperzustand. 

  • Praktische Verpackung: Die Tetrapacks lassen sich gut lagern und sind im Alltag unkompliziert zu handhaben.

  • Produktion in Deutschland: Fred & Felia produziert nach eigenen Angaben in Deutschland.

  • Kennenlernboxen: Wer noch nicht weiß, welche Sorte der Hund mag, kann verschiedene Sorten ausprobieren, ohne gleich mehrere Packungen derselben Sorte kaufen zu müssen.

Gerade bei wählerischen Hunden finde ich die Möglichkeit, unterschiedliche Sorten auszuprobieren, praktisch. Natürlich ist kein Futter für jeden Hund gleichermaßen geeignet – aber durch die Auswahl kann man leichter herausfinden, was dem eigenen Hund schmeckt und gut bekommt.

Fred & Felia bietet außerdem spezielle Produktlinien für bestimmte ernährungsbezogene Anforderungen an. Wichtig ist dabei, genau auf das jeweilige Produkt zu schauen: Nicht jede Sorte ist für jede Erkrankung geeignet. Bei Pankreatitis, Allergien oder chronischen Magen-Darm-Problemen sollte die Auswahl mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden. Eine passende Diät muss die konkreten Anforderungen des Hundes erfüllen.

Wenn du Fred & Felia ausprobieren möchtest, bekommst du mit meinem Code  AF47KLY7  30% Rabatt auf deine erste Bestellung.

 

Transparenzhinweis: Über diesen Link erhalte ich eine Provision, wenn du bestellst. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Ich empfehle das Futter aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen – nicht, weil es für jeden Hund zwangsläufig die beste Wahl wäre.

Mein Fazit

Es gibt nicht die eine Fütterungsform, die für jeden Hund am gesündesten ist. Sowohl Nassfutter als auch Trockenfutter können geeignet sein. BARF und selbst gekochte Rationen können ebenfalls funktionieren, benötigen aber eine sorgfältige Planung.

Lass dich weder von hohen Fleischprozenten noch von Begriffen wie „Premium“, „natürlich“ oder „hypoallergen“ allein überzeugen. Schau dir an, ob das Futter bedarfsdeckend ist, wie transparent es deklariert wird und ob es zu deinem Hund passt.

Bei anhaltenden Beschwerden, besonderen Lebensphasen oder Erkrankungen ist tierärztliche Beratung sinnvoll.

Denn Füttern bedeutet mehr, als nur den Napf zu füllen: Es geht darum, den individuellen Bedarf des eigenen Hundes zu verstehen und verantwortungsvoll zu decken.